Kunststoffrollläden als Sonnenschutz

Rollladen als Sonnenschutz

Mit oder ohne Einschränkung nutzbar?

PVC-Rollläden haben sich über Jahrzehnte bewährt und ihre Eignung für viele Anwendungen, wie die Erhöhung von Wärmeschutz, Schallschutz, Witterungsschutz, Verdunklung, Schlagregenschutz, Sonnenschutz und Einbruchschutz, nachgewiesen. Doch durch gestiegene Anforderungen und veränderte Rahmenbedingungen kommen diese Produkte heutzutage mitunter an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit und müssen deshalb differenzierter eingesetzt werden.

So sind in den letzten Jahren die maximal auftretenden Außentemperaturen gestiegen und mittlerweile wurde auch in Deutschland die Höchsttemperatur von 40°C im Schatten überschritten.
Die hinter den Rollläden platzierten Fenster sind wesentlich dichter und um ein vielfaches besser in der Wärmedämmung geworden, sodass die Wärme von dort aus nicht mehr so leicht abfließen kann. Gleichzeitig ist die Stabilisierung der Kunststoffprofile aus Umweltschutzgründen nicht mehr mit der Vergangenheit vergleichbar.  Auch die Form der Profile wurde zugunsten kleiner Kästen optimiert und hat dadurch an Steifigkeit verloren.  Deshalb muss der Einsatzbereich an die neue Situation angepasst werden. Dies kommt natürlich Wettbewerbern insbesondere aus der Aluminiumbranche zu Gute, die dann gerne ein Pauschalurteil über den Kunststoffrollladen fällen, das so nicht haltbar ist.  Leider haben viele Anbieter von PVC-Rollläden dieses Urteil angenommen um es für ihre Verteidigung zu benutzen. So ist es dazu gekommen, dass mittlerweile ein Großteil der Rollladenbauer sagt:
PVC-Rollläden dürfen als Sonnenschutz nicht ganz geschlossen werden, weil sie sich zu stark aufheizen und ihr Eigengewicht nicht mehr tragen können. Diese Aussage mag den Rollladenlieferanten hier und da vor einer Reklamationsbeseitigung bewahren, aber die Endkunden erwarten, dass man einen Rollladen immer schließen kann und weichen deshalb mehr und mehr auf Alternativprodukte wie zum Beispiel Aluminiumrollläden aus. Wir schaufeln uns deshalb als Kunststoffrollladenhersteller mit einer obendrein falschen Aussage unser eigenes Grab.

Denn in Wirklichkeit ist es so, dass ein Großteil der Rollläden in der Praxis keine Probleme bereitet.

Dies haben wir in dem letzten Jahr versucht näher zu beleuchten und sind dabei zu folgenden Feststellungen gekommen:
Wenn ein weißer Rollladen bei Sonneneinstrahlung sich auf 40°C erwärmt dann erreicht ein direkt danebenhängender grauer Rollladen bereits 51°C, ein brauner Rollladen 56°C und ein anthrazitfarbener Behang 62°C.  Das bedeutet eigentlich etwas, was wir alle wissen, aber nicht anwenden.  Ein heller Rollladen hat bei gleicher Sonnenstrahlung eine niedrigere Oberflächentemperatur und deshalb einen wesentlich höheren E-Modul (Steifigkeit) als ein dunkler Rollladen.  Das heißt die mögliche Einsatzbreite ist bei hellen Farben wesentlich größer als bei dunklen Farben, wobei auch zwischen hell und weiß noch ein großer Unterschied liegt.  Dazu kommt, dass bei den verschiedenen auf dem Markt verwendeten PVC-Mischungen (z.T. mit faserförmigen Füllstoffen) die Vicat-Erweichungstemperatur und der E-Modul differieren und die verschiedenen Anbieter deshalb unterschiedlich belastbare Rollläden im Programm haben.
Zusätzlich kommt es darauf an wie gut der Rollladen in den Schienen geführt wird, ob ein funktionsfähiges Abrollprofil verwendet wird und welche Endleiste der Rollladen hat. Auch eine eventuelle, möglichst groß dimensionierte Verstärkung im Rollladenpanzer macht sich sehr stark bemerkbar.  Ebenfalls können äußere Einflüsse negative Auswirkungen haben. Wie z.B. eine fehlende Fensterbank (Durchbiegung), das Abkleben mit Klarsichtfolie (Treibhauseffekt), Spiegelungen von Sonnenlicht und vieles mehr.

Versuch:

Dazu haben wir einen Versuch durchgeführt und hellgraue PVC-Rollläden mit 2m Breite verstärkt und unverstärkt über einen längeren Zeitraum bei Sonnenbestrahlung geschlossen gehalten. Das Ergebnis war eindeutig, denn der verstärkte Rollladen hatte sich nach vier Wochen Dauerbelastung nur 5mm nach Außen durchgebogen und der unverstärkte Rollladen in gleicher Abmessung hatte sich in dieser Zeit 35mm (mit steigender Tendenz) nach Außen durchgebogen.

Geschlossener Kunststoffrollladen N52 , 2 Meter breit, mit Verstärkung nach 4 Wochen Dauerbelastung mit intensiver Sonneneinstrahlung.

Rollladen Test verstärkt

Geschlossener Kunststoffrollladen N52 , 2 Meter breit, ohne Verstärkung nach 4 Wochen Dauerbelastung mit intensiver Sonneneinstrahlung.

Rollladen Test unverstärkt
Als Resümee kann man daraus ableiten:

Wenn die Ausstattung des PVC-Rollladenpanzers in allen Punkten optimiert wird, so steht einem uneingeschränkten Einsatz des Kunststoffrollladenpanzers als Sonnenschutz nichts entgegen.
Dies bringt dann noch zusätzliche Vorteile, denn in der Wärmedämmung ist der PVC-Rollladen im Winter und im Sommer ganz an der Spitze. Denn das Aufheizen hinter einem PVC-Rollladen vollzieht sich viel langsamer als bei einem Aluminium-Rollladen und im Winter ist der Wärmeabfluss bei Aluminium mitunter so groß, dass es zu Schwitzwasser und dessen Folgen zwischen Rollladen und Fenster kommt.  Bei Rollläden in dunklen Farben ist unabhängig vom Material grundsätzlich Vorsicht geboten, denn ein Hitzestau von 65°C und mehr hinter einem Rollladen in z.B. anthrazit, belastet nicht nur den Rollladen sondern auch das Fenster erheblich und kann zu Funktionsausfällen und Schäden daran führen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Rollläden aus PVC bei Verwendung einer technisch optimierten Materialmischung in hellen Farben, entsprechender Verstärkung und passenden Anschlussprofilen für Türen bis 2 m Breite als Sonnenschutz ohne Einschränkung genutzt werden können.